Was sind Aerosole in der Pneumatik?
In der Pneumatik und Drucklufttechnik sind Aerosole feine Suspensionen aus festen oder flüssigen Partikeln mit einer Größe von 0,1–100 µm, die in der Luft schweben. Sie entstehen primär beim Einsatz von Kühlschmierstoffen (KSS) während spanender Prozesse wie Schleifen oder Drehen – der dabei entstehende Ölnebel sowie Dämpfe belasten die Hallen- und Raumluft massiv.
Ernsthafte Gesundheitsrisiken für die Belegschaft
- Atemwege: Verursachen akute Reizungen, chronische Bronchitis (COPD) oder berufsbedingtes Asthma.
- Hautkontakt: Führen zu schmerzhaften Ekzemen, Hautirritationen und allergischen Reaktionen.
- Krebsrisiko: Streng einzuhaltende Grenzwerte nach TRGS 611 (maximal 0,5 mg/m³).
- TRGS 402: Schreibt vor, die Gefährdung und die Exposition am Arbeitsplatz auf ein absolutes Minimum zu senken.
Wie entstehen Aerosole in der Metallbearbeitung?
- Mechanische Zerstäubung: Entsteht durch den hohen Druck der KSS-Düsen (5–50 bar) direkt an der Schneidkante.
- Thermische Rückkondensation: Verdampfende Schmierstoffe kondensieren an heißen Werkstücken (> 60 °C) zu feinstem Nebel.
- Dampfdruck: KSS-Dämpfe breiten sich bei Prozesstemperaturen von 20–80 °C flüchtig in der Umgebung aus.Die technologische Lösung: Effektive Ölnebelabscheider
| Technologie | Abscheideeffizienz | Typisches Anwendungsgebiet |
|---|---|---|
| Zyklonabscheider | 80–90 % (für Partikel > 5 µm) | Vorabscheidung von Grobaerosolen |
| HEPA-Filter | 99,97 % (für Partikel bis 0,3 µm) | Filtration von gefährlichem Feinstaub |
| Elektrostatische Filter | 95 % (für Partikel von 0,01–10 µm) | Konsequente Abscheidung von reinem Ölnebel |
| Koaleszenzabscheider | 99 % (speziell für Flüssigkeitströpfchen) | Kontinuierliche Abscheidung von KSS-Aerosolen |
Wichtige gesetzliche Normen und messtechnische Überwachung
Die TRGS 611 definiert einen verbindlichen Grenzwert von 0,5 mg/m³ bezogen auf eine 8-Stunden-Schicht. Ergänzend regelt die Richtlinie VDI 6017 die genauen Filterklassen. Die regelmäßige Überwachung der Luftqualität in der Produktion erfolgt über präzise Gravimetrie-Verfahren sowie mobile, optische Partikelzähler.