Was ist Kondensat in der Pneumatik?

Als Kondensat wird das flüssige Wasser bezeichnet, das ausfällt, wenn sich erwärmte und komprimierte Druckluft wieder abkühlt. Der Entstehungsprozess: Bei der physikalischen Kompression heizt sich die Luft stark auf; kühlt sie anschließend im Rohrnetz oder im Nachkühler ab, kann sie den Wasserdampf nicht mehr speichern – er kondensiert flüssig aus. Die Dimensionen: Bei einer Liefermenge von 100 m³/min fallen bei 30 °C Umgebungstemperatur und 80 % relativer Luftfeuchtigkeit bis zu 200 Liter Wasser pro Woche im System an.

Erhöhte Risiken und Folgeschäden durch Kondensat

  • Fortschreitende Korrosion: Aggressiver Rost in den Rohrleitungen und Zylindern, begünstigt durch einen sauren pH-Wert von 3–5.
  • Massive Funktionsstörungen: Blockierte Steuerventile, verklebte Dichtungen und zugesetzte Ausblasdüsen.
  • Mechanische Werkzeugschäden: Gefährliche Eisbildung direkt im Werkzeug durch die schlagartige Abkühlung (Expansion) der Luft.
  • Strikte Qualitätsmängel: Unbrauchbare Ergebnisse durch Wassereinschlüsse in Lacken, Klebstoffen oder industriellen Lebensmitteln.

Wie erfolgt die Abscheidung und Entfernung von Kondensat?

Um das anfallende Wasser sicher aus dem System zu entfernen, kommen verschiedene aufeinander abgestimmte Komponenten zum Einsatz:

AbscheidekomponenteWirkungsgrad / EffizienzOptimale Position im System
Nachkühler Integrierte Kühlung fängt ca. 60–70 % der Feuchtigkeit ab Direkt hinter dem Kompressorauslass
Zyklonabscheider Trennt über Fliehkraft ca. 90 % aller Partikel > 10 µm Unmittelbar nach dem Nachkühler platziert
Kältetrockner Garantiert einen stabilen Drucktaupunkt von +3 °C DTP Zentrale Position in der Hauptleitung
Automatischer Kondensatableiter Sichert eine kontinuierliche, niveaugeregelte Entleerung An jedem physikalischen Tiefpunkt des Rohrnetzes


Die empfohlene technische Prozesskette

  1. Nachkühler: Bildet die erste Stufe, um bereits über 80 % des groben Kondensats direkt nach der Verdichtung abzufangen.
  2. Vorfilter: Scheidet flüssige Tröpfchen und Feststoffpartikel zuverlässig ab, um den nachfolgenden Trockner vor Verschmutzung zu schützen.
  3. Drucklufttrockner: Senkt den Drucktaupunkt effektiv ab, um ein nachträgliches Auskondensieren in den Hallenleitungen zu verhindern.
  4. Feinfilter: Bildet die letzte Stufe, um selbst winzige Restfeuchte-Aerosole und Feinstpartikel sicher zurückzuhalten.


Gesetzliche Normen und umweltgerechte Entsorgung

Die Qualität der Druckluft wird nach der Norm ISO 8573 klassifiziert, wobei für Standard-Werkzeuge meist die Klassen 4 bis 6 völlig ausreichen. Da das Kondensat durch den Kompressorbetrieb ölhaltig ist, gelten strenge Umweltgesetze (z. B. nach den länderspezifischen Abwasser-Verordnungen / VAwS): Ein unaufbereitetes Einleiten ist verboten, im Abwasser dürfen maximal < 20 mg/l Öl enthalten sein. Moderne Aufbereitungssysteme wie die BEKOTEP-Anlagen spalten das Gemisch rein mechanisch auf und unterbieten den Grenzwert mit < 5 mg/l Restöl absolut sicher.